mehrsprachiger - digitaler Elternratgeber in Medienerziehungsfragen in Form einer webbasierten APP

Zusammenfassung

Eltern aller Kulturen sind daran interessiert, dass sich ihre Kinder gut entwickeln können, in der Schule erfolgreich lernen und gesund aufwachsen. Jedes Jahr werden in Europa über 3,7 Millionen Kinder geboren, die in eine dicht umlagerte Medienwelt hineinwachsen, deren Entwicklung eine unaufhaltsame Medienprägung mit sich bringt. Aus unserer Sicht die größte Herausforderung in der Geschichte der Erziehung, verbunden mit einer dauernden Aufgabe der präventiven Auseinandersetzung. Das weiß auch das europäische Parlament, es hat bereits 2012 aufgerufen: "beim Schutz von Kindern in der digitalen Welt alle Möglichkeiten auszuschöpfen und Eltern systematisch zu schulen“. Eltern sind daher die direkte Zielgruppe in @home. Der Bedarf an europäischer Elternbildung hinsichtlich ihrer eigenen Medienkompetenz, aber insbesondere auch ihrer Medienerziehung steigt länderübergreifend. Kinder und Jugendliche sind heute nicht nur immer früher in den digitalen Medien zu Hause und finden immer komplexere Online-Welten und Möglichkeiten vor. Hervorzuheben ist auch, dass sich der Konsum, anders als in der realen Welt, der elterlichen Kontrolle entzieht und Eltern heute häufig über wenig Medienwissen und Medienkompetenz verfügen. "Kinder merken schnell, dass sie in diesem Bereich ihren Eltern überlegen sind“ Es entwickelt sich eine familiäre Problematik angesichts scheiternder Grenzsetzungen resignierender Eltern und zunehmend erlebter Hilflosigkeit, die als permanentes Konfliktfeld Auswirkungen auf das Familienleben hat. Wenngleich dieser steigende Bedarf an Elternbildung existiert, scheint sich die Unterstützungsform, die Eltern benötigen, zu verändern. Elternabende an Schulen sind rückläufig und Online-Seminarräume werden nachgefragt. Warum? Die Anfahrt entfällt und eine zusätzliche Kinderbetreuung muss auch nicht finanziert und organisiert werden. Die Anonymität ist gegeben, was gerade bei sensiblen Themen hilfreich sein kann. Digitale Lernmittel haben zudem den Vorteil, auch auf die zunehmend unterschiedlichen Voraussetzungen, Erfahrungen und Interessen der Lernenden eingehen zu können. Mit digitalen Medien kann das Lernen noch aktiver und noch individueller gestaltet werden. Elternbildung in Europa sollte daher heute vermehrt frei, das heißt in nicht institutionalisierten Kontexten stattfinden und seit der Möglichkeit des Lernens mit neuen Medien auch unabhängig von Ort und Zeit. Mit der Umsetzung von @home unter Einbeziehung von Politik, Kommune und Eltern selbst, stellen wir uns in einem Konsortium aus BE, BG, GR, SI und DE dieser nachhaltigen Bildungsaufgabe mit einer Doppelstrategie: die einerseits auf die Vermittlung instrumentell-qualifikatorischer Fähigkeiten aufbaut, und anderseits vor allem dem kritisch reflektierten Umgang bedient. Beides miteinander zu verbinden und in den sozialen Kontext der Medienerziehung in der Familie zu integrieren, ist erklärtes Ziel von"@home". In der Umsetzung werden folgende Ergebnisse erwartet: 1. Eine mehrsprachige digitale Elternsprechstunde in Form einer webbasierten APP „Education @home“ in 7 Sprachen incl. Arabisch und Englisch mit folgenden Features: 12 Lehrfilme zur Unterstützung des eigenen kritisch reflektierten Umgangs mit Medien Arbeitsmaterialien zur Vermittlung von Basiskompetenzen mit monatlicher Expertenstammtisch 3. Monatlicher Fragenspeicher 4. Fünf runde Tische mit Stakeholdern und einem Abschlusssymposium in Brüssel Die Forschungslage, der Blick und die Erfahrung in Europa ist unterschiedlich, daher brauchen wir ein transnationales Lernen im fachlichen Austausch, auf der Suche nach Lösungsansätzen. Mit der Umsetzung von "@home" gestalten wir das europäische Querschnittthema: „Medienkompetenzbildung“ durch interpersonelle, interkulturelle und soziale Kompetenzen in Europa aktiv mit. Die gemeinsame Herausforderung der Stärkung von Medienkompetenzen der Eltern weicht kulturell-traditionell gefestigte Erziehungsmethoden auf und schafft Raum für intelligentes, nachhaltiges Lernen. Da dieses Bildungsthema durch das schnelle Wachstum noch sehr jung ist, haben wir in Europa Nachholbedarf in der Präventionsarbeit.